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Wiktor Felixowitsch Wekselberg
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Wiktor Felixowitsch Wekselberg (russisch ĐĐžĐșŃĐŸŃ Đ€Đ”Đ»ĐžĐșŃĐŸĐČĐžŃ ĐĐ”ĐșŃДлŃбДŃĐł, wiss. Transliteration Viktor FeliksoviÄ Veksel'berg; * 14. April 1957 in Drohobytsch, Ukrainische SSR) ist ein russischer Investor und Oligarch, der dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin nahesteht. Er ist MitbegrĂŒnder der Renova Group (russisch Đ Đ”ĐœĐŸĐČа) â mit Sitz in Moskau, ein 1990 gegrĂŒndetes Konglomerat mit Beteiligungen an Aluminium, Ăl, Energie, Telekommunikation und einer Vielzahl anderer Sektoren. HaupteigentĂŒmer und PrĂ€sident ist Wekselberg. In 15 Jahren wuchs sein Vermögen auf sechs Milliarden Dollarcite-ref-1[1] und betrĂ€gt heute etwa das Doppelte.cite-ref-2[2]
Seit dem 6. April 2018 steht Wekselberg auf der Liste von Sanktionen nach der Krimannexion durch Russland der USA. Seitdem schrumpfte sein Vermögen in wenigen Monaten um zwei bis drei Milliarden Dollar, laut Forbes.cite-ref-3[3]
Nach dem russischen Ăberfall auf die Ukraine verschĂ€rften die Vereinigten Staaten im MĂ€rz 2022 ihre Sanktionen. Auch GroĂbritannien, die EU und Australien verhĂ€ngten Sanktionen, beschlagnahmten im Zugriffsbereich sein Vermögen und verhĂ€ngten ein Einreiseverbot. Inzwischen hat sich auch die Schweiz den EU-Sanktionen angeschlossen.
Contents
âą Werdegang
âą Renova-Gruppe
âą TNK-BP
âą Fall Sulzer 2009
âą Avelar Energy
⹠Vermögen
âą Immobilien
âą Stiftung
âą Jet und Yacht
âą FuĂball
âą Privates
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Herkunft und Ausbildung
Wekselberg wurde im westukrainischen Drohobytsch sĂŒdlich von Lwiw geboren. Sein Vater war Ukrainer jĂŒdischer Herkunft, seine Mutter Russin.cite-ref-4[4] Sie war Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und ist gemÀà Wekselberg âbis heute von dieser Ideologie ĂŒberzeugtâ.cite-ref-5[5] Bedingt durch das Studium in Moskau konnte Wekselberg 1974 erstmals Drohobytsch verlassen. 1979 schloss er sein Studium an der FakultĂ€t fĂŒr Automatisierung und Computertechnik (Abteilung fĂŒr automatisierte Steuerungssysteme) an der Staatlichen UniversitĂ€t fĂŒr Verkehrswesen Moskau (MIIT) ab, wo er mit Leonard Blavatnik, seinem spĂ€teren GeschĂ€ftspartner studierte.cite-ref-6[6] Er absolvierte ein Aufbaustudium am Rechenzentrum der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.
Bis zum Fall des Kommunismus 1991 arbeitete er als Forschungsingenieur (u. a. Software fĂŒr staatliche Energiekonzerne) viele Jahre in einem Staatskonzern, dem Pumpenhersteller âInstitute of Advanced Pneumaticsâ in Moskau. WĂ€hrend des Umbaus der Wirtschaftsform der Sowjetunion (Perestroika) startete er ab 1988 parallel seine Karriere als Unternehmer.cite-ref-7[7] Laut Spiegel-Interview von 2006 war Wekselberg Laborleiter einer Firma, die Erdöl förderte, als Michail Gorbatschow 1988 mit Glasnost erstmals private GeschĂ€fte per Gesetz erlaubte.
Er unterhĂ€lt zahlreiche Wohnsitze, sein Hauptwohnort ist laut Forbes Magazine Moskau. Nach Abschaffung der Pauschalbesteuerung fĂŒr reiche AuslĂ€nder im Kanton ZĂŒrich kĂŒndigte Wekselberg an, im Herbst 2010 seinen Wohnort aus diesem Kanton in den Kanton Zug zu verlegen. Nach eigenen Aussagen sei die geringe Steuerbelastung im Kanton Zug allerdings nur ein Grund von vielen fĂŒr den Umzug.cite-ref-8[8]
2017 kaufte Wekselberg ĂŒber die Lamesa-Group â mit Sitz in Panamacite-ref-9[9] â einen zyprischen Pass (âGoldenes Visumâ) und erlangte damit die UnionsbĂŒrgerschaft der EuropĂ€ischen Union. Im August 2014 beteiligte sich Lamesa in Höhe von 1 Milliarde Euro an der Kapitalerhöhung der Bank of Cyprus. Gleichzeitig wurden der US-Handelsminister Wilbur Ross (Paradise Papers) und der ehemalige KGB-Beamte und Freund Putins, Vladimir Strzhalkovskiy, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bank gewĂ€hlt. 2015, nach seinem RĂŒcktritt als Vorstandsmitglied, verkaufte Strzhalkovskiy einen Teil seiner Anteile an Wekselberg. Ross trat von der Bank zurĂŒck, nachdem er 2017 als Handelsminister bestĂ€tigt worden war. Ab 19. Januar 2017 war Lamesa direkt oder indirekt EigentĂŒmerin von 9,3 % der Aktien der Bank und damit gröĂter EinzelaktionĂ€r und Wekselberg wurde 2017 die zypriotische âEhreneinbĂŒrgerungâ verliehen.
Werdegang
Auf seinen Reisen zu den Ălfeldern fiel ihm auf, dass Elektrokabel nach einem Jahr entsorgt wurden und groĂe MĂŒllhalden entstanden waren. FĂŒr den Antrieb der Pumpen wurden Elektrokabel benötigt. Mit Freunden grĂŒndete er die Kooperative NPO KomWek (Kompanie Wekselberg),cite-ref-10[10] die ein Verfahren zur RĂŒckgewinnung des Kupfers entwickelte und anfĂ€nglich Tauschhandel betrieb sowie fĂŒr den Irkutsk Aluminium Konzern arbeitete.
Durch den Verkauf ĂŒber staatliche AuĂenhandelsfirmen an groĂe deutsche Firmen erlöste er fĂŒr eine Tonne Kupfer 3000 Dollar. FĂŒr die entsprechende Menge Kabelschrott zahlte er jedoch nur 100 Dollar, da damals den staatlichen Energiekonzernen der Wert des Kupferschrotts unbekannt war. Nach einem Jahr setzte der Staat dem ein Ende.cite-ref-11[11] Wekselberg importierte preisgĂŒnstig gebrauchte Computer im Westen, rĂŒstete sie mit eigener Software aus und verkaufte sie teuer an staatliche Energiekonzerne. Durch diese GeschĂ€fte mit staatlichen Energiekonzernen wurde Wekselberg reich.
Renova-Gruppe
1991 grĂŒndete er mit seinem ehemaligen Mitstudenten und Exilrussen Leonard Blavatnik die Renova-Gruppe (auch Access-Renova). Zwei Drittel der Anteile gehören zu Wekselbergs KomWek und ein Drittel zu Access Industries. Blavatnik lebte in den USA und brachte ĂŒber sein Investmentunternehmen Access Industries westliches Kapital in das gemeinsame Unternehmen ein. Die Renova ist hauptsĂ€chlich in Russland, den GUS-Staaten, der Schweiz, SĂŒdafrika und den Vereinigten Staaten tĂ€tig und profitierte 1993 finanziell von der Privatisierung der Aluminiumindustrie in Russland unter Jelzin. Wekselberg beteiligte sich in den 1990er Jahren auch an den harten KĂ€mpfen um die Kontrolle der russischen Aluminiumindustrie. Er kaufte Raffinerien im Ural und in Ostsibirien auf, um sie 1996 zur Siberian-Urals Aluminium Company (SUAL) zu vereinigen, die damals rund 20 Prozent des russischen Aluminiums produzierte. Besonders wertvoll sind die europaweit gröĂten Bauxitvorkommen des Konzerns und die Kontrolle ĂŒber den zweitgröĂten russischen Energieproduzenten Irkutskenergo, der die preiswerte Energie fĂŒr die Aluminiumproduktion liefert. Renova erwarb sich schnell den Ruf, eines der fortschrittlichsten Investment- und GeschĂ€ftsunternehmen in Russland zu sein, und investierte in zahlreichen Branchen. 1994 fĂŒhrte Renova in Russland die erste feindliche Ăbernahme eines Unternehmens nach westlichem Muster durch und nutzte konsequent die Möglichkeiten der Privatisierung staatlicher Betriebe. Die Renova-Gruppe, mit diversen Sitzen und Ablegern weltweit, umfasst seither Erdöl-, Erdgas-, Maschinenbau-, Chemie-, Telekom-, Immobilien- sowie Versorgungsunternehmen, Gold- und Platinminen sowie einen Private-Equity-Fund.
TNK-BP
Nach der Wiederwahl von Boris Jelzin als russischer StaatsprĂ€sident im Jahr 1996 beteiligte sich Wekselberg an den Versteigerungen von Staatsbetrieben. Im Juli 1997 konnte er zusammen mit der Alpha-Gruppe 44 Prozent der Tyumen Oil Company (TNK) ĂŒbernehmen. DafĂŒr sollten 810 Millionen US-Dollar in die TNK, eines der gröĂten russischen Ăl- und Gasunternehmen, investiert werden.
Noch im Jahr 1997 ĂŒbernahm Wekselberg die Kontrolle ĂŒber diese Gesellschaft. 2003 wurde ein Joint Venture mit dem Ălkonzern British Petroleum (BP) gebildet und die TNK-BP Ltd. in der Steueroase Britische Jungferninseln gegrĂŒndet. British Petroleum (BP) investierte damals rund sieben Milliarden USD und brachte internationale Erfahrung und technische Perfektion ein. Die anderen 50 % hielt das damalige Konsortium ARA. Die Access Industries von Leonard Blavatnik hielt zusammen mit der Renova Group von Wekselberg einen Anteil von 12,5 %, die Alfa-Gruppe des Oligarchen Michail Fridman einen Anteil von 37,5 %.
Auf Druck der russischen Regierung unter Wladimir Putin musste TNK-BP im Juni 2007 ihren Anteil am ostsibirischen Gasfeld Kowytka deutlich unter Wert an Gazprom verkaufen. Wekselberg war Leiter der Erdgassparte von TNK-BP und versuchte seither, die Anteile zurĂŒckzukaufen. Seit 2013 ist das Unternehmen eine hundertprozentige Rosneft-Tochter. Wekselberg erlöste 7 Milliarden Dollar fĂŒr seinen Anteil von 12,5 % an TNK-BP.
2003 vereinbarte Wekselberg mit einem Investmentunternehmen der britischen Bankdynastie Fleming dessen Beteiligung mit 23 Prozent am umstrukturierten SUAL-Konzern.
2006 gab es in Russland noch immer keine Gerichtsbarkeit, kein Unternehmensrecht, das vor unsauberen Ăbernahmen schĂŒtzte, sowohl privates Eigentum, als auch groĂe Konzerne waren betroffen.cite-ref-12[12]
Im August 2006 leiteten die russischen Aluminiumriesen RUSAL der Oligarchen Oleg Deripaska und Roman Abramowitsch (gegrĂŒndet 2000) und SUAL eine Dreierfusion mit dem Schweizer RohstoffhĂ€ndler Glencore von Marc Rich (mit Sitz in Baar) ein.
Am 14. Februar 2007 erfolgte der formelle Zusammenschluss zum â gemessen an der Produktionsmenge â weltgröĂten Aluminiumkonzern. An dem dadurch erweiterten RUSAL-Konzern besaĂen die frĂŒheren EigentĂŒmer von Rusal 64,5 %, die SUAL 21,5 % und Glencore 14,0 %.
Der RUSAL-Konzern hat einen globalen Marktanteil von beinahe einem FĂŒnftel, sein Wert wird auf etwa 25 Mrd. $ geschĂ€tzt, und er unterhĂ€lt Produktionsstandorte vor allem in Russland, aber auch in den USA, Skandinavien, China und Afrika sowie Bauxit- und Tonerderaffinerien in Russland, der Ukraine, Afrika, Australien und SĂŒdamerika. Wekselberg ist Aufsichtsratschef; die GeschĂ€fte werden von Deripaska als CEO gefĂŒhrt, der auch im Aufsichtsrat sitzt. Neuer Generaldirektor wurde Aleksandr Bulygin.
Strafrechtliche Anklagen
Fall Sulzer 2009
Im April 2009 kĂŒndigte das Eidgenössische Finanzdepartement die Eröffnung eines Verwaltungsstrafverfahrens gegen Wekselberg, Ronny Pecik und Georg Stumpf an. Ihnen wurde vorgeworfen, beim Kauf von Beteiligungen am Maschinenbauunternehmen Sulzer gegen Meldepflichten verstoĂen zu haben.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14] Im Oktober 2010 wurde das Verfahren gegen Wekselberg, Ronny Pecik und Georg Stumpf gegen eine Wiedergutmachungszahlung von insgesamt zehn Millionen Franken eingestellt.cite-ref-15[15]
Fall OC Oerlikon 2010
Im Januar 2010 wurden Ronny Pecik, Georg Stumpf und Wekselberg vom Eidgenössischen Finanzdepartement je eine BuĂe von 40 Mio. Franken wegen vermeintlicher Nicht-Meldung einer Gruppe beim Verkauf eines Aktienpakets der damaligen Unaxis (heute OC Oerlikon) von Victory an Wekselberg auferlegt.cite-ref-16[16] Der russische Vize-MinisterprĂ€sident und Finanzminister Alexei Kudrin beschwerte sich daraufhin ĂŒber die BuĂe.cite-ref-17[17] Nach einem Brief Wekselbergs an den russischen MinisterprĂ€sidenten Putin im MĂ€rz 2010 intervenierte dieser und beauftragte den stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten Igor Schuwalow mit dem Fall.cite-ref-18[18] Ende Mai 2010 wurde bekannt, dass Wekselberg das Verfahren ans Bundesstrafgericht in Bellinzona weiterzog.cite-ref-19[19] Wekselberg, Pecik und Stumpf wurden vom Bundesstrafgericht am 23. September 2010 freigesprochen. Die BuĂen in der Höhe von je 40 Mio. Franken sind hinfĂ€llig.cite-ref-20[20] Das Eidgenössische Finanzdepartement verzichtete nach eingehender Analyse der UrteilsbegrĂŒndung auf den Weiterzug des Urteils vor das Schweizerische Bundesgericht in Lausanne.cite-ref-21[21]
Bestechungsverdacht 2016
Anfang September 2016 wurde gegen Mitarbeiter der Energiefirma ZAO KES (heute âT Plusâ) wegen Bestechung in den Jahren 2007â2014 ermittelt.cite-ref-22[22]
Renova-Gruppe in der Schweiz
2004 richtete Wekselberg in ZĂŒrich einen Zweitwohnsitz ein und grĂŒndete dort die âRenova-Gruppeâ (Renova Group Equity Holdings AGcite-ref-23[23] und Renova Management AGcite-ref-24[24]). Im Spiegel-Interview gab er jedoch an, seine Zukunft als Russe in Russland zu sehen und ein Angebot, Gouverneur der Halbinsel Kamtschatka zu werden, wenn es kĂ€me, wĂŒrde er ernsthaft prĂŒfen.
Sein Rechtsanwalt Carl Stadelhofercite-ref-25[25] stellte ihm den Manager Thomas Borer vor, den Wekselberg dann einstellte. Wekselberg kaufte sich ein in die ZĂŒblin Immobilien Holding und forciert seine internationalen Beteiligungen.
Renova hĂ€lt auch, aus Schweizer Sicht bedeutende, Beteiligungen an Nachfolgern einst berĂŒhmter Schweizer Konzerne und weiteren Unternehmen:
âą ZĂŒblin Immobilien (Ende 2004)
âą Unaxis (Juli 2006, Ăbernahme von 10,25 % der Anteile der Ăsterreicher Ronny Pecik und Georg Stumpf an ihrem Unternehmen Victory Industriebeteiligung) OC Oerlikon (im Januar 2007 wurde die Erhöhung auf 13,8 % bekanntgegeben, im Mai 2008 auf 39,1 %cite-ref-26[26], im Juni 2010 auf 46,11 %)cite-ref-27[27]
âą Saurer (Juli 2006, ĂŒber 10 %, die Victory hielt damals ĂŒber 33 %, im April 2007 aber âeine kleine, nicht meldepflichtige Beteiligungâ)
âą Sulzer (April 2007, Ăbernahme von 32 %, davon 17,5 % in Aktien und 14,4 % als Call-Optionen, mit den Ăsterreichern Ronny Pecik und Georg Stumpf und ihrem Unternehmen Victory Holding ĂŒber das je hĂ€lftig gemeinsame Beteiligungsunternehmen Everest)
âą Schmolz + Bickenbach (September 2013, 25,5 %)
Avelar Energy
Im Dezember 2006 grĂŒndete die Renova Holding das Unternehmen Avelar Energy Ltd.cite-ref-29[29] und Avelar Management Ltd.,cite-ref-30[30] welches schon im Februar 2007 den italienischen Konzern Energetic Source SPA kaufte, der wiederum ein Drittel der Anteile am gröĂten italienischen Windenergieerzeuger Vento Energia kontrolliert. Gleichzeitig begann Avelar Energy Ltd. mit dem schweizerischen High-Tech-Konzern OC Oerlikon, an welchem die Renova mit knapp 14 Prozent beteiligt ist, die Entwicklung und Produktion von eigenen Solarzellen.
Am 7. MĂ€rz 2007 gab die Avelar Energy Ltd. bekannt, dass sie in Italien, der Schweiz und Deutschland innerhalb von fĂŒnf Jahren 1 Mrd. $ in erneuerbare Energien investieren werde. Mit Wind-, Sonnen- und Bioenergie sollen 1.000 Megawatt produziert werden.
VerhÀltnis zu Putin und Medwedew
Wekselberg finanzierte die ĂberfĂŒhrung der sterblichen Ăberreste des russischen Philosophen Iwan Iljin und der seiner Frau von Zollikon nach Moskau und die Beisetzung im Donskoi-Kloster. Vor allem der russische Filmemacher Nikita Michalkow war maĂgeblich an der Verbreitung von Iljins Ideen im postsowjetischen Russland beteiligt. Er verfasste mehrere Artikel ĂŒber Ilyin und kam auf die Idee der ĂberfĂŒhrung und Umbettung, so wie Iljin es in seinem Testament gewĂŒnscht hatte. Die Wiederbestattungszeremonie fand im Oktober 2005 statt. Putin war persönlich an der ĂberfĂŒhrung von Ilyins sterblichen Ăberresten nach Russland beteiligt und weihte 2009 sein Grab.cite-ref-31[31] Iljin war 1922 des Landes verwiesen worden (Philosophenschiff).cite-ref-32[32] Ulrich Schmid nannte Iljin den Stichwortgeber des neuen Putinâschen Nationalismus.
Putins diskrete Bezugnahmen auf den russischen Philosophen Iwan Iljin zwischen 2000 und 2008 verstĂ€rkten sich nach 2012 noch. Nachdem Putin, der âgeliebte und gefĂŒrchteteâ (Eltchaninoff) PrĂ€sident, Iljin zitiert hatte, verteilte die russische PrĂ€sidialverwaltung im Januar 2014 Schriften des russischen Philosophen an Gouverneure, wichtige Beamte und die Kader von Einiges Russland, insbesondere das Werk âUnsere Aufgabenâ. Die in den Reden vermittelte Doktrin âverspricht dem Rest der Welt eine eher unruhige Zukunftâ, so Michel Eltchaninoff 2014.cite-ref-33[33]
Im MÀrz 2010 erhielt Wekselberg von PrÀsident Dmitri Medwedew den Auftrag, in Skolkowo bei Moskau mit dem Innovationszentrum Skolkowo das russische Pendant zum amerikanischen Innovationszentrums Silicon Valley aufzubauen.
Vermögen
Mit einem geschĂ€tzten Vermögen von 13,4 Milliarden US-Dollar ist er gemÀà Forbes Magazine 2018 auf Rang 99 der reichsten Menschen der Welt sowie auf Rang 9 der reichsten Russen.cite-ref-34[34] Wekselberg kaufte im Februar 2004 von der Familie Forbes in New York City fĂŒr rund 100 Millionen Dollar ihre berĂŒhmte Peter-Carl-FabergĂ©-Sammlung mit 190 Kunstwerken, darunter auch neun kaiserliche FabergĂ©-Eier, die er im Kreml und bei weiteren Ausstellungen, wie auch in ZĂŒrichcite-ref-35[35] oder Berlin,cite-ref-36[36] ausstellte. Durch ZukĂ€ufe hat er seine Kunstsammlung inzwischen auf mehr als 4000 Objekte erweitert.
Mit dem Staat vereinbarte er die Einrichtung eines Museums im St. Petersburger Schuwalow-Palais, in dem kĂŒnftig seine und weitere private Sammlungen ausgestellt werden können. Seit 2013 befindet sich seine Kunstsammlung in dem von seiner Stiftung The Link of Times Cultural and Historical Foundation betriebenen FabergĂ©-Museum in Sankt Petersburg.
In Moskau plant er die ersten gröĂeren privaten Museen Russlands.cite-ref-37[37]
Immobilien
Die österreichische Tageszeitung Kurier gab im Mai 2007 bekannt, dass Wekselberg âdie teuerste Immobilie Kroatiensâ â eine grĂŒnderzeitliche Prachtvilla im Zentrum von Dubrovnik â erworben habe und eine Renovierung beabsichtige. FĂŒr âBevorzugungenâ beim Erwerb habe Wekselberg der Stadt Dubrovnik eine Konzerthalle versprochen.
Stiftung
Wiktor Wekselberg grĂŒndete 2000 mit Freundencite-ref-38[38] die kulturhistorische Stiftung The Link of Times Cultural and Historical Foundation, welche auĂer Landes gebrachte historische und kulturelle SchĂ€tze suchen und nach Russland zurĂŒckholen soll. Im September 2006 zahlten Wekselberg und seine Freunde ĂŒber die Stiftung 1 Mio. US-$ fĂŒr die RĂŒckfĂŒhrung jener 18 Glocken, die einmal zum Moskauer Danilow-Kloster gehörten und lange in Harvard waren. Im Sommer 2007 erfolgte die RĂŒckfĂŒhrung nach Russland und fĂŒr Harvard wurden Ersatzglocken hergestellt.cite-ref-39[39]cite-ref-40[40] Die Glocken waren 1930 vom amerikanischen Diplomaten und Industriellen Charles Crane vor dem Einschmelzen durch die Bolschewiken gerettet und auf verschlungenen Wegen in die USA gebracht worden. Dort wurde fĂŒr sie eigens ein Turm im Lowell House der Harvard-UniversitĂ€t errichtet.
Jet und Yacht
Anfang MĂ€rz 2022 haben die USA einen Airbus A 319 und die im Hafen von Palma de Mallorca liegende Megayacht Tango von Wekselberg blockiert.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
FuĂball
FĂŒr die Saison 2006/07 hielt Wekselberg die Vermarktungsrechte fĂŒr die internationalen Freundschaftsspiele des argentinischen FuĂballteams.
Sanktionen nach Krimannexion und Ăberfall auf die Ukraine durch Russland
Seit dem 6. April 2018 steht Wekselberg auf der Liste von Sanktionen nach der Krimannexion durch Russland der USA. Seitdem schrumpfte sein Vermögen in wenigen Monaten um zwei bis drei Milliarden Dollar, laut Forbes.cite-ref-43[43]
Seine Vermögenswerte in den USA wurden eingefroren, bei Schweizer Banken soll Privatvermögen von zwei Milliarden Schweizer Franken blockiert worden sein.cite-ref-44[44] Wekselberg bezeichnete diese Sanktionen als âillegal und unfairâ und kĂŒndigte an, rechtlich dagegen vorzugehen. Um noch gröĂere Vermögensverluste zu vermeiden, senkte er seine Beteiligung beim Technologiekonzern Sulzer von ursprĂŒnglich 63 auf unter 50 Prozent.
Die Postfinance verweigerte ihm die Eröffnung eines Kontos wegen unverhĂ€ltnismĂ€Ăigen Aufwands.cite-ref-45[45] Das Berner Handelsgericht gab der Bank Recht (Urteil aus der Schweiz vom 17. November 2020). Gegen diesen Entscheid zog Wekselberg weiter vor das Bundesgerichtcite-ref-46[46], dieses gab Wekselberg Recht.cite-ref-47[47]
Im MĂ€rz 2022, nach dem russischen Ăberfall auf die Ukraine, verschĂ€rften die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen. Auch GroĂbritannien, die EU und Australien verhĂ€ngten Sanktionen, beschlagnahmten im Zugriffsbereich sein Vermögen und verhĂ€ngten ein Einreiseverbot. Inzwischen hat sich auch die Schweiz den EU-Sanktionen angeschlossen.
Anfang MĂ€rz 2022 haben die USA einen Airbus A 319 und die im Hafen von Palma de Mallorca liegende Megayacht Tango von Wekselberg blockiert.cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]
Privates
Er ist verheiratet mit Marina Wekselberg und hat zwei Kinder, Irina (* 1980) und Alexander (* 1988). Irina absolvierte die Business School an der Yale University und arbeitet fĂŒr die Renova-Gruppe in Manhattan.
Weblinks
Commons
: Wiktor Wekselberg
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Website Renova Group (engl.)
âą Forbes List
âą Wekselberg auf Russland Aktuell
âą Machtnetz von Viktor Vekselberg: Russische Sphinx
âą Walter Mayr: Traumpaar vom ZĂŒrichsee, Der Spiegel, 22. Juli 2007
âą Projekt Potemkin, Focus, 23. MĂ€rz 2013
Einzelnachweise
cite-note-11. â Spiegel Online, 6. MĂ€rz 2006: Im Westen wartet keiner auf mich, abgerufen am 2. Juni 2010
cite-note-22. â Andreas FlĂŒtsch: Vekselberg wehrt sich gegen US-Sanktionen. Tages-Anzeiger, 8. Dezember 2018, abgerufen am 8. Juli 2019.
cite-note-33. â Andreas FlĂŒtsch: Vekselberg wehrt sich gegen US-Sanktionen. Tages-Anzeiger, 8. Dezember 2018, abgerufen am 8. Juli 2019.
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